Chronik der Hauptschule Hainfeld PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Montag, den 26. Oktober 2009 um 10:45 Uhr

 

Die Errichtung der ersten Schule in Hainfeld lässt sich nicht mehr nachweisen. Ihre Gründung fällt vermutlich mit der Erhebung der Ortskirche zur Pfarrkirche im 14. Jahrhundert zusammen. Die erste urkundliche Erwähnung einer Schule in Hainfeld (Ratsprotokoll) geht auf das Jahr 1676 zurück.

Hauptschulgründung

In Durchführung des Hauptschulgesetzes wurden am Schulstandort Hainfeld, Kirchengasse 8 im Schuljahr 1927/28 unter Dir. Franz KAISEREINER die ersten beiden Hauptschulklassen eröffnet. Weiters gab es in diesem Schuljahr sechs Volksschulklassen und vier Klassen der auslaufenden Bürgerschule. Die Umstellung von der Bürgerschule zur Hauptschule war im Schuljahr 1930/31 abgeschlossen. Neben den sieben Volksschulklassen waren in der Hainfelder Schule nun fünf Hauptschulklassen beheimatet. Die höchste Klassenzahl vor dem 2. Weltkrieg wurde 1932/33 mit acht Volksschul- und sieben Hauptschulklassen erreicht. Danach wurden Lehrer und Klassen abgebaut und eingespart.

  

Nach dem "Anschluss"

Nach dem Einmarsch durch die Hitler-SS am 13. März 1938 wurde Dir. SR Franz KAISEREINER pensioniert und als neuer Schulleiter Josef GREIMEL eingesetzt. Der Ausbruch des 2. Weltkrieges bewirkte, dass immer mehr Lehrer zum Militär eingezogen wurden und schließlich nicht pädagogisch ausgebildete "Schulhelfer" teilweise für den Unterricht herangezogen werden mussten. Die prov. Leiterin Margarete SIEGEL wurde am 28.10.1942 wegen einer kritischen Äußerung über den Krieg zu einem Jahr Gefängnis verurteilt und aus dem Schuldienst entlassen. Am 18.10.1944 erfolgte der erste schwere Bombenangriff. Ab diesem Zeitpunkt gab es fast täglich ab 8:30 Uhr Fliegeralarm. Einen geregelten Schulbetrieb gab es nun nicht mehr. Im April 1945 wurde das Schulgebäude und fast der gesamte Ort zerstört. Die zurückweichen-den SS-Truppen hatten nur "verbrannte" Erde hinterlassen...

Wiederaufbau

Im Herbst 1945 beschloss man einen Notunterricht in verschiedenen Räumen, welche die Gemeinde adaptieren konnte. Zwei Klassen waren im Gendarmeriegebäude, eine Klasse im Rathaus und eine Klasse im Gasthaus Durst untergebracht. Tische und Bänke stammten aus einigen Gasthäusern und Fabriken. Die erste Konferenz fand am 10. Oktober unter dem prov. Leiter Oberlehrer i.R. Ferdinand BENISCHKE statt, am 23.10.1945 wurde Franz WANDL zum prov. Direktor bestellt. Unterricht wurde abwechselnd jeden zweiten Tag abgehalten: Die Hauptschule hatte Montag, Mittwoch und Freitag Unterricht, die Volksschule Dienstag, Donnerstag und Samstag. Unter der Mithilfe der Bevölkerung und anderer Schulen des Bezirkes konnten den Schülern immer mehr Lehrmittel und Einrichtungsgegenstände zur Verfügung gestellt werden. Am 7. Juni 1946 übersiedelte die gesamte Hauptschule (vier Klassen mit 115 Schülern) in das Gebäude des Bezirksgerichtes. Am 30.10.1947 übernahm Walter VAS die Schulleitung. Die Erdarbeiten für den Neubau der Schule in der Schulgasse 7 wurden am 11.10.1948 nach einer Finanzzusage von 1 Million Schilling durch Minister KOLB begonnen. Die feierliche Eröffnung des Haupttraktes der heutigen Schule fand am 16.4.1950 statt. In das neue Gebäude zogen 250 Volksschulkinder (8 Klassen) und 229 Hauptschulkinder (6 Klassen) ein.

Raumnot - Schulausbau

1953 wurden die Seitentrakte fertig gestellt. Die Schüler- und Klassenzahlen stiegen stetig an. 1963 gab es bereits 240 Volksschüler und 364 Hauptschüler. Im Schuljahr 1966/67 wurden zwei Klassen des neu gegründeten Polytechnischen Lehrganges eingerichtet. Nur 17 der insgesamt 24 Klassen verfügen über ein eigenes Klassenzimmer. Am 12.11.1966 konnten die beiden Turnhallen eröffnet werden. Nach der Auflösung der Volksschuloberstufen in den Nachbargemeinden stiegen die Schülerzahlen noch einmal. Die höchste Schülerzahl der Hauptschule wurde 1971 mit 594 Kindern erreicht. Ab 1.8.1972 ist Bürgermeister Richard FRIEWALD neuer Hauptschuldirektor. 1973 schied St. Veit aus dem Hauptschulverband aus und gründete eine eigene Hauptschule, dafür wurde aber Kaumberg dem Sprengel der Hainfelder Hauptschule eingegliedert. Das Raumproblem war erst gelöst, als die Volksschule und die Sonderschule 1974 in das neue Volksschulgebäude übersiedelten.

1975 bis 2000

Das letzte Viertel des 20. Jahrhunderts war von rückläufigen Geburten- und damit auch Schülerzahlen geprägt. Das Gebäude wurde einer gründlichen Erneuerung unterzogen. Es gab laufend Reformen und Verbesserungen sowohl im Bereich der Hauptschule als auch der Polytechnischen Schule. Neuer Direktor wurde am 10.1.1976 Karl KARNER, der nach seinem Wechsel an die Hauptschule Traisen am 1.1.1978 von Herbert PLATZER abgelöst wurde. 1985 wurden die Klassenzüge aufgelöst und der Leistungsgruppenunterricht der "Neuen Hauptschule" eingeführt. 1986 konnte durch die Eröffnung eines Computerraumes erstmals Informatikunterricht angeboten werden. 1989 folgte die Anmeldung des Schulversuches "Umwelthauptschule". Ein neuer Tiefststand bei den Schülerzahlen wurde im Schuljahr 1990/91 mit nur 281 Kindern (11 Hauptschul- und 2 Polyklassen) erreicht. Neuer Direktor wurde am 7.9.1992 Johannes HÜBNER. Der Ansturm von bosnischen Flüchtlingskindern wurde durch die Bildung einer eigenen Flüchtlingsklasse bewältigt. Zahlreiche Projekte belebten den Schulalltag. 1993-1996 nahm die Hauptschule Hainfeld als Vertreter Niederösterreichs am EU-Projekt "Gesunde Schule" teil. Neben dem Besuch von Seminaren in Deutschland und der Schweiz gab es eine enge Kooperation mit der Hauptschule von Dußlingen (D). Die Hauptschule Hainfeld erhielt u.a. eine Freiluftklasse und neue Vollholzschulmöbel. Mit der Junior High School Ogasacho (Japan) lief 1997-1999 ein Schüleraustauschprogramm. Die neue Polytechnische Schule mit Fachbereichsunterricht wurde umgesetzt. Im Schuljahr 1999/2000 hatte die Schule wieder 16 Klassen mit 360 Schülern.

 

Aufbruch in das 3. Jahrtausend

Am 26.5.2000 fand eine zweitägige Feier zum 50-jährigen Jubiläum des Hauses mit großem Erfolg statt, wobei Landesrat Fritz Knotzer die Schule und den Schulleiter Johannes Hübner auszeichnete. Außerdem erhielt die Schule den Hans-Czettel-Förderungspreis für die mühevolle Revitalisierung des Hainfelder Waldlehrweges zuerkannt.
Neben dem Schwerpunkt „Umwelt und Gesundheit" wurde mit dem Schuljahr 2002/2003 der Schwerpunkt „Informatik" angemeldet und umgesetzt. Es begann ein beispielloser Ausbau der Schule mit IT-Technologie. Highlights im Jahr 2004 waren der Sieg der 2a beim Bezirks- und später beim Landesbewerb der Waldjugendspiele und der erneute Sieg beim Hans-Czettel-Förderungspreis für ein Schmetterlingsprojekt. Sogar der ORF kam an die Schule und berichtete darüber.
Besonders viel Entwicklungsarbeit wurde in die angeschlossene Polytechnische Schule investiert. Am 26.2.2003 gab es eine Pilotveranstaltung für die spätere Berufsinformationsmesse (BIL) und Lehrlingsbörse, die in den Jahren 2004 und 2005 ausgebaut werden konnte. Seit dem Jahr 2006 wird die BIL in Kooperation mit der Wirtschaftskammer als Bezirksveranstaltung in den Turnsälen durchgeführt. Das Echo über die Topveranstaltung ging über die Landesgrenzen hinaus, das Konzept wurde in anderen Bezirken kopiert. Außerdem ist die Schule bei den diversen Fachbereichs-Bewerben erfolgreich. 2010 konnte der Landessieger gestellt werden, 2014 wurde Thomas Lehrbaum im Fachbereich Holz sogar Staatsmeister. Beim Redewettbewerb wurden Schülerinnen der PTS Hainfeld 2015 und 2016 Landesbeste.
Im Schuljahr 2006/2007 wurde ein eigenes Beratungs- und Krisenteam, bestehend aus verschiedenen Experten, an der Schule eingerichtet. Von 2006 bis 2009 nahm die Schule an einem EU-Projekt zum Thema Mozart teil, die Auftaktveranstaltung war in Mantua.
Seit dem Schuljahr 2007/2008 ist die Schule ECDL-Prüfungscenter. SchülerInnen des Schwerpunktes Informatik können eine Unverbindliche Übung zum ECDL besuchen und freiwillig den Europäischen Computerführerschein erwerben. Seit 2009 hat die Kreidezeit an der Schule ein Ende. Die Tafeln wurden durch interaktive ActivBoards ersetzt.

 

Von der Hauptschule zur Neuen Mittelschule

Mit September 2011 begann in Hainfeld ein neues Zeitalter im Bereich der Schule der 10 bis 14-jährigen. Zunächst wurde der Schulversuch „Mittelschule" angemeldet. Mit 1.9.2013 wurde die Schule dann offiziell zur „Neue Mittelschule". In Deutsch, Englisch, Mathematik gibt es keinen Leistungsgruppenunterricht mehr. Ab der dritten Klasse kann zwischen einem „Sprachen-Schwerpunkt" und „Geometrisch Zeichnen" gewählt werden. Statt dem zweiten Elternsprechtag gibt es „KEL"-Gespräche.


Nach 25-jähriger Tätigeit übergab Langzeitdirektor OSR Johannes Hübner, BEd die Leitung der Schule am 1.9.2017 an Silvia Werdenich, BEd.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 19. Juni 2017 um 06:55 Uhr